Glossar: Begriffe aus Volatilität, Optionen, ETF-Analyse, Terminmarkt und Performance
Jeder Begriff genau einmal definiert: was er misst, wie er berechnet wird, wovon er sich unterscheidet und wo er in Foliograph steht.
Volatilität
- Implizite Volatilität (Implied Volatility, IV)
- Die implizite Volatilität ist die Schwankungsbreite, die in den aktuellen Optionspreisen eines Basiswerts eingepreist ist. Sie wird in Prozent pro Jahr angegeben und aus den Marktpreisen der Optionen zurückgerechnet.
- Historische Volatilität (Realisierte Volatilität, Historical Volatility, HV)
- Die historische Volatilität ist die tatsächlich gemessene Schwankungsbreite eines Kurses über ein vergangenes Zeitfenster. Sie wird aus den Tagesrenditen berechnet und als annualisierte Standardabweichung in Prozent angegeben.
- IV/HV-Verhältnis (IV/HV, IV-HV-Ratio)
- Das IV/HV-Verhältnis teilt die implizite Volatilität eines Basiswerts durch seine historische Volatilität. Ein Wert über 1 bedeutet, dass die Optionen mehr Schwankung einpreisen, als der Kurs zuletzt gezeigt hat.
- IV Rank (IVR)
- Der IV Rank gibt an, wo die aktuelle implizite Volatilität eines Basiswerts innerhalb ihrer Spanne der letzten 52 Wochen liegt. 0 entspricht dem Jahrestief, 100 dem Jahreshoch.
- IV-Perzentil (IV Percentile, IVP)
- Das IV-Perzentil ist der Anteil der Handelstage der letzten 52 Wochen, an denen die implizite Volatilität eines Basiswerts tiefer lag als heute. Ein Wert von 80 bedeutet: An vier von fünf Tagen war die IV tiefer.
- Expected Move (Erwartete Bewegung, EM)
- Der Expected Move ist eine aus der impliziten Volatilität abgeleitete Schätzung der Kursspanne eines Basiswerts bis zu einem Datum: eine Standardabweichung nach oben und unten. Bei normalverteilten Renditen liegen rund 68% der Ergebnisse darin, eine Garantie ist das nicht.
- IV-Termstruktur (Volatility Term Structure, IV Term Structure)
- Die IV-Termstruktur zeigt die implizite Volatilität eines Basiswerts für verschiedene Verfallstermine, aufgetragen über die Restlaufzeit. Sie macht sichtbar, für welche Zeiträume der Optionsmarkt höhere oder niedrigere Schwankungen einpreist.
- VIX (CBOE Volatility Index)
- Der VIX misst die vom Optionsmarkt eingepreiste Volatilität des S&P 500 über die nächsten 30 Tage. Er wird aus den Preisen von SPX-Optionen berechnet und als annualisierter Prozentwert angegeben.
- VIX3M und VIX/VIX3M-Verhältnis (CBOE 3-Month Volatility Index, früher VXV)
- Der VIX3M misst die eingepreiste Volatilität des S&P 500 über 93 Tage, der VIX über 30. Das Verhältnis VIX/VIX3M zeigt, ob der Optionsmarkt kurzfristig mehr oder weniger Volatilität einpreist als über drei Monate.
- VVIX (CBOE VIX of VIX, Volatilität der Volatilität)
- Der VVIX misst die vom Optionsmarkt erwartete Volatilität des VIX über die nächsten 30 Tage, abgeleitet aus den Preisen von VIX-Optionen. Vereinfacht gesagt zeigt er, wie stark der Markt mit Schwankungen des VIX rechnet.
- VXN und RVX (CBOE Nasdaq-100 Volatility Index, CBOE Russell 2000 Volatility Index)
- VXN und RVX sind die Volatilitätsindizes der CBOE für den Nasdaq-100 und den Russell 2000. Sie messen die vom Optionsmarkt eingepreiste Volatilität dieser Indizes über 30 Tage, ähnlich wie der VIX für den S&P 500.
- SKEW-Index (CBOE SKEW, Tail-Risk-Index)
- Der SKEW-Index der CBOE misst die Schiefe der aus SPX-Optionspreisen abgeleiteten Verteilung für die nächsten 30 Tage. Ein höherer SKEW zeigt, dass starke Kursrückgänge im Verhältnis zu einer symmetrischen Verteilung höher bepreist werden.
- VIX-Futures-Kurve (VIX Term Structure, VX-Kontrakte)
- Die VIX-Futures-Kurve zeigt die Preise der VIX-Futures für verschiedene Verfallstermine, vom ersten Kontrakt VX1 bis zu späteren Laufzeiten. Ihre Form zeigt, wie der Terminmarkt zukünftige VIX-Niveaus bewertet.
Optionen
- Open Interest (OI, offene Kontrakte)
- Das Open Interest ist die Anzahl der offenen, noch nicht glattgestellten Optionskontrakte eines Basiswerts. Jeder Kontrakt zählt einmal, obwohl ihm ein Käufer und ein Verkäufer gegenüberstehen.
- Optionsvolumen (Option Volume, Opt Vol)
- Das Optionsvolumen ist die Anzahl der Optionskontrakte eines Basiswerts, die an einem Handelstag gehandelt wurden. Als Durchschnitt über mehrere Tage gibt es einen Anhaltspunkt für die Aktivität und Liquidität der Optionskette.
- Put/Call-Ratio (Put/Call-Verhältnis, P/C)
- Die Put/Call-Ratio ist das Verhältnis der Put-Kontrakte zu den Call-Kontrakten eines Basiswerts oder eines ganzen Marktes. Ein Wert über 1 bedeutet, dass nach der jeweils verwendeten Datenbasis mehr Puts als Calls gezählt werden.
- Straddle am Geld (ATM Straddle)
- Ein Straddle am Geld besteht aus einem Call und einem Put mit demselben Strike nahe dem aktuellen Kurs und demselben Verfall. Sein Preis gibt einen marktpreisgestützten Anhaltspunkt dafür, welche absolute Bewegung bis zum Verfall eingepreist ist.
- DTE (Days to Expiry, Tage bis Verfall)
- DTE steht für Days to Expiry und gibt an, wie viele Kalendertage bis zum Verfall eines Optionskontrakts verbleiben. Am Verfallstag selbst beträgt der Wert null.
- Verfall (Expiration, Expiry)
- Der Verfall ist der Termin, an dem ein Optionskontrakt endet. Letzter Handelstag, Ausübungsregeln und Abrechnung hängen vom jeweiligen Produkttyp ab.
- Ex-Dividenden-Tag (Ex-Div, Ex-Dividend Date)
- Der Ex-Dividenden-Tag ist der erste Handelstag, an dem ein Käufer einer Aktie oder eines ETF keinen Anspruch mehr auf die angekündigte Dividende hat. Ohne andere Einflüsse sinkt der theoretische Kurs etwa um die Dividende.
- Zuteilung (Assignment)
- Die Zuteilung trifft den Verkäufer einer Option, nachdem ein Inhaber ausgeübt hat: Beim Put muss er den Basiswert zum Strike kaufen, beim Call liefern. Ob netto eine Long- oder Short-Position entsteht, hängt vom Bestand ab.
- Verkaufte Prämie (Sold Premium, Short-Prämie)
- Die verkaufte Prämie ist eine Foliograph-Kennzahl für die Netto-Eröffnungsprämien der aktuell offenen Short-Prämienstrategien. Sie zeigt, wie viel Prämie bei diesen Positionen ursprünglich vereinnahmt wurde.
- Max Loss (Maximaler Verlust, Max. Verlust (begrenzt), Max. Verlust Optionen)
- Der Max Loss ist der grösste theoretische Verlust, der sich aus dem Auszahlungsprofil einer Optionsposition ergibt. Bei Strategien mit gemeinsamem Verfall lässt er sich direkt aus den offenen Legs berechnen. Bei ungedeckten Short Calls ist er theoretisch unbegrenzt.
- Hedge-Budget (Hedge-Kostenquote, Absicherungsbudget)
- Das Hedge-Budget ist eine Foliograph-Kennzahl. Es setzt die Einstandskosten offener Absicherungspositionen ins Verhältnis zur offenen Short-Prämie und zeigt, welcher Anteil der vereinnahmten Prämie für Schutzpositionen eingesetzt wurde.
- Roll und Roll-Effizienz (Rolling, Rollen)
- Ein Roll schliesst einen Optionskontrakt und eröffnet einen anderen auf denselben Basiswert, meist mit späterem Verfall, anderem Strike oder beidem. Die Roll-Effizienz ist eine Foliograph-Kennzahl und misst den Roll-Kredit je zusätzlich gewonnenem Kalendertag.
- Kontraktmultiplikator (Contract Multiplier, Multiplier)
- Der Kontraktmultiplikator bestimmt, wie ein notierter Optionspreis in den Geldwert eines Kontrakts umgerechnet wird. Bei standardisierten US-Aktien- und ETF-Optionen umfasst ein Kontrakt normalerweise 100 Anteile. Bei Index- und Futures-Optionen gelten produktspezifische Faktoren.
- Optionsstrategie (Option Strategy, Spread, Iron Condor, Covered Call)
- Eine Optionsstrategie ist die Kombination eines oder mehrerer Optionskontrakte, teilweise zusammen mit dem Basiswert, zu einer Position mit einem bestimmten Auszahlungsprofil. Viele Standardstrategien lassen sich aus Optionstyp, Richtung, Strikes, Verfällen und Mengen der Legs ableiten.
Fonds
- AUM (Assets under Management, Nettovermögen eines Fonds)
- In Foliograph bezeichnet AUM das Nettovermögen eines Fonds: den Marktwert seiner Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten. Die Kennzahl zeigt die Grössenordnung des Fonds und wird in US-Dollar angegeben.
- NPORT-P (Form N-PORT, Portfoliomeldung an die SEC)
- Form N-PORT ist eine standardisierte Portfoliomeldung bestimmter in den USA registrierter Investmentfonds an die SEC mit Angaben zum Fondsvermögen und zu den einzelnen Positionen. Öffentlich ist derzeit der Bericht zum Ende jedes Geschäftsquartals.
- Grantor Trust (Rohstoff- und Krypto-Trusts wie GLD, SLV oder IBIT)
- Ein Grantor Trust ist im US-Steuerrecht ein Trust, dessen Vermögenswerte und Erträge steuerlich direkt den wirtschaftlichen Eigentümern zugerechnet werden. Mehrere börsengehandelte Rohstoff- und Krypto-Produkte sind als Trust strukturiert und werden steuerlich so behandelt.
- Holdings (Positionen eines ETF, Top-Holdings)
- Holdings sind die Wertpapiere und anderen Vermögenswerte, die ein ETF hält, jeweils mit ihrem Anteil am Fondsvermögen. Die Top-Holdings zeigen, wie stark ein Fonds auf seine grössten Positionen konzentriert ist.
- Treemap (Kachelansicht) (Heatmap-Kacheln, Flächendiagramm)
- Eine Treemap stellt Werte als Rechtecke dar. In Foliograph basiert die Fläche jeder ETF-Kachel auf dem AUM, wird aber mit einer Wurzelskala komprimiert. Die Farbe zeigt die Rendite des gewählten Zeitraums.
- Korrelationsmatrix (30-Tage-Korrelation, Correlation Matrix)
- Eine Korrelationsmatrix zeigt für jedes Paar aus einer Gruppe von ETFs, wie stark ihre täglichen Renditen in einem bestimmten Zeitraum linear zusammenhingen. Die Werte reichen von -1 über 0 bis +1.
- Länder-ETF (Single-Country ETF, Country ETF)
- Ein Länder-ETF bildet den Aktienmarkt eines einzelnen Landes ab, häufig über einen MSCI- oder FTSE-Länderindex. Bei US-Listing in US-Dollar enthält seine USD-Rendite neben dem lokalen Aktienmarkt auch den Wechselkurseffekt.
- Rendite relativ zur Benchmark (Relative Performance, vs SPY, vs ACWI)
- Die relative Rendite ist die Differenz zwischen der Rendite eines ETF und der Rendite einer Vergleichsgrösse über denselben Zeitraum. Sie zeigt, ob der ETF in diesem Zeitraum besser oder schlechter lief als die gewählte Benchmark.
Trend und Technik
- EMA21 (21er-EMA, exponentieller gleitender Durchschnitt über 21 Perioden)
- Der EMA21 ist ein exponentiell gewichteter gleitender Durchschnitt mit einer Periodenlänge von 21. Jüngere Schlusskurse erhalten mehr Gewicht als ältere, deren Einfluss exponentiell abnimmt. Dadurch reagiert er schneller auf neue Kursbewegungen als ein SMA derselben Länge.
- Distanz zum 52-Wochen-Hoch (52WH %, Abstand zum Jahreshoch)
- Die Distanz zum 52-Wochen-Hoch ist in Foliograph der prozentuale Abstand des letzten Schlusskurses zum höchsten Schlusskurs der vergangenen 52 Wochen. Null bedeutet, dass der ETF auf seinem 52-Wochen-Schlusshoch notiert, -20 einen Abstand von 20%.
- SMA50 und SMA200 (Simple Moving Average, einfacher gleitender Durchschnitt)
- Ein SMA ist der einfache Durchschnitt der Schlusskurse über eine feste Zahl von Perioden. Der SMA50 mittelt die letzten 50, der SMA200 die letzten 200 Handelstage. Jeder Kurs im Fenster zählt gleich viel.
Terminmarkt
- CoT-Report (Commitments of Traders, CFTC-Bericht)
- Der CoT-Report ist ein wöchentlicher Bericht der US-Aufsichtsbehörde CFTC. Er zeigt für die erfassten Futures-Märkte, wie viele Long- und Short-Positionen verschiedene Händlergruppen halten. Die Daten stammen meist vom Dienstag und erscheinen am Freitag.
- Commercials und Non-Commercials (Händlergruppen im CoT-Report, Large Speculators, Small Traders)
- Im Legacy-CoT-Report werden meldepflichtige Händler in Commercials und Non-Commercials eingeteilt. Commercials nutzen Futures für ihr Geschäft im Basiswert, während Non-Commercials die übrigen meldepflichtigen Marktteilnehmer umfassen. Nicht meldepflichtige Positionen fasst die CFTC als Small Traders zusammen.
- CoT-Index (Commercial Index, COT Index)
- Der CoT-Index zeigt, wo die aktuelle Nettoposition einer Händlergruppe innerhalb ihrer historischen Spanne liegt. 0 entspricht dem tiefsten, 100 dem höchsten Stand im gewählten Zeitraum. Die CFTC veröffentlicht ihn nicht, er wird aus den CoT-Daten berechnet.
- Terminstruktur (Futures-Kurve, Term Structure)
- Die Terminstruktur zeigt die Preise verschiedener Verfallsmonate eines Futures zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie macht sichtbar, ob spätere Kontrakte höher oder tiefer notieren als kurzfristige und wie sich die Preise entlang der Laufzeiten verändern.
- Contango und Backwardation (Normale und inverse Terminkurve)
- Contango liegt vor, wenn spätere Futures-Kontrakte höher notieren als frühere. Bei Backwardation ist es umgekehrt: Kurzfristige Kontrakte notieren höher als länger laufende. Beide Begriffe beschreiben die Neigung einer Futures-Terminkurve.
- Roll Yield (Rollrendite, Rolleffekt)
- Der Roll Yield beschreibt den Renditeeffekt, der entsteht, wenn eine Futures-Position über mehrere Verfallstermine hinweg gehalten und regelmässig gerollt wird. Bei ansonsten unveränderter Terminkurve wirkt Contango für Long-Positionen negativ, Backwardation dagegen positiv.
- Front Month und Monatscodes (Frontkontrakt, F G H J K M N Q U V X Z)
- Als Front Month bezeichnet man den Futures-Kontrakt mit dem nächsten Verfall. Futures-Kontrakte werden über standardisierte Monatscodes gekennzeichnet, zum Beispiel Z für Dezember. CLZ6 steht etwa für den Rohöl-Kontrakt Dezember 2026, der schon im November ausläuft.
- Continuous Future (Fortlaufender Kontrakt, ES1!, ES=F)
- Ein Continuous Future ist eine fortlaufende Kursreihe, die mehrere aufeinanderfolgende Futures-Kontrakte miteinander verbindet. Dadurch lassen sich Charts und technische Indikatoren über längere Zeiträume darstellen, obwohl jeder einzelne Futures-Kontrakt nur bis zu seinem Verfall gehandelt wird.
- Open-Interest-Lage (Open Interest im Dreijahresvergleich)
- Die Open-Interest-Lage zeigt, wo das aktuelle Open Interest eines Futures-Marktes innerhalb seiner historischen Spanne liegt. Ein Wert von 0 entspricht dem niedrigsten, ein Wert von 100 dem höchsten Stand im gewählten Zeitraum.
Makro
- Zinskurve (Renditekurve, Yield Curve, Zinsstrukturkurve)
- Die Zinskurve zeigt die Renditen von Staatsanleihen eines Landes über verschiedene Laufzeiten, von einem Monat bis 30 Jahre. Steigen die Renditen mit der Laufzeit, gilt sie als normal. Liegen kurze Laufzeiten über langen, ist sie invertiert.
Performance
- Trefferquote (Win Rate, Gewinnquote, Hit Rate)
- Die Trefferquote ist der Anteil der geschlossenen Trades, die mit Gewinn enden. Sie zeigt, wie häufig ein Vorgehen erfolgreich war, sagt aber nichts darüber aus, wie gross die einzelnen Gewinne und Verluste waren.
- Profit Factor (Gewinnfaktor, PF)
- Der Profit Factor setzt die Summe aller Gewinne ins Verhältnis zur absoluten Summe aller Verluste eines Zeitraums. Ein Wert über 1 bedeutet, dass die Gewinne insgesamt grösser waren als die Verluste, ein Wert unter 1 das Gegenteil.
- Erwartungswert (Expectancy, durchschnittliches Ergebnis pro Trade)
- Der Erwartungswert zeigt, welches Ergebnis ein Trade im betrachteten Zeitraum durchschnittlich erzielt hat. Er verbindet Trefferquote, durchschnittlichen Gewinn und durchschnittlichen Verlust zu einer einzigen Zahl in der Basiswährung.
- R-Multiple (R-Vielfaches, Ergebnis in R)
- Das R-Multiple setzt das Ergebnis eines Trades ins Verhältnis zum ursprünglich geplanten Risiko. Bei einem Trade mit Stop entspricht 1R dem möglichen Verlust bis zum anfänglichen Stop. Ein Gewinn von 2R entspricht dem Doppelten dieses Risikos.
- Max Drawdown (Maximaler Rückgang, MDD, Zeit im Drawdown)
- Der Max Drawdown ist der grösste Rückgang einer Equity-Kurve von einem bisherigen Höchststand bis zum darauffolgenden Tief. Er zeigt, wie stark das zuvor erreichte Niveau der Equity-Kurve zwischenzeitlich zurückgegangen ist.
- Sharpe Ratio (Sharpe-Quotient)
- Die Sharpe Ratio setzt die durchschnittliche Rendite über dem risikolosen Zins ins Verhältnis zu ihrer Schwankung. Sie zeigt damit, wie viel Überschussrendite pro Einheit Volatilität erzielt wurde. Üblicherweise wird der Wert auf ein Jahr hochgerechnet.
- Sortino Ratio (Sortino-Quotient)
- Die Sortino Ratio setzt den durchschnittlichen Ertrag über einem Ziel- oder Mindestwert ins Verhältnis zu den negativen Abweichungen unterhalb dieser Schwelle. Anders als die Sharpe Ratio behandelt sie positive Schwankungen nicht als Risiko.
- Calmar Ratio (Calmar-Quotient)
- Die Calmar Ratio setzt die annualisierte Rendite ins Verhältnis zum maximalen Drawdown. Sie zeigt damit, wie viel jährliche Rendite im Verhältnis zum grössten zwischenzeitlichen Rückgang erzielt wurde.
- CAGR (Compound Annual Growth Rate, durchschnittliche jährliche Wachstumsrate)
- Die CAGR ist die konstante jährliche Wachstumsrate, mit der ein Kapital vom Anfangswert zum Endwert gelangt wäre. Sie fasst die Entwicklung über mehrere Jahre zu einer einzigen Jahresrate zusammen.
- MAE und MFE (Maximum Adverse Excursion, Maximum Favorable Excursion)
- MAE und MFE zeigen, wie sich ein Trade zwischen Einstieg und Ausstieg entwickelt hat. Die MAE beschreibt die grösste ungünstige Kursbewegung, die MFE die grösste günstige Kursbewegung während der Haltedauer.
Konto und Portfolio
- Realisierter Gewinn und Gesamtrendite (Realized Profit, Total Return)
- Der realisierte Gewinn umfasst die Ergebnisse geschlossener Trades. Die Gesamtrendite erweitert dieses Ergebnis um Dividenden, Zinsen, Quellensteuern und weitere kontowirksame Gebühren. Ein- und Auszahlungen zählen nicht als Ertrag und werden separat betrachtet.
- Basiswährung (Base Currency, Berichtswährung)
- Die Basiswährung ist die Währung, in der ein Konto oder eine Auswertung alle Beträge zusammenfasst. Gewinne und Verluste in anderen Währungen werden dafür in die Basiswährung umgerechnet.
- Netto-Liquidationswert (NLV, Net Liquidation Value, Kontowert)
- Der Netto-Liquidationswert (NLV) ist der Wert eines Kontos zu aktuellen Bewertungskursen: Bargeld plus Marktwert der Positionen, umgerechnet in die Basiswährung des Kontos. Vereinfacht ist es der Betrag, der nach Glattstellung aller Positionen zu diesen Kursen bliebe.
- Margin (Initial- und Maintenance-Margin, Sicherheitsleistung, Margin Requirement)
- Die Margin ist die Sicherheit, die ein Broker für offene Positionen verlangt. Die Initial-Margin gilt beim Eröffnen, die Maintenance-Margin muss danach laufend gedeckt sein. Sonst kann der Broker Nachschuss verlangen oder Positionen glattstellen.
- Prämie/Margin (Return on Margin, Restprämie/Margin p.a., Restrendite)
- Prämie/Margin setzt die vereinnahmte Prämie eines Optionsverkaufs ins Verhältnis zum Margin-Beitrag des Trades. Die Kennzahl beschreibt, wie viel Prämie pro Einheit gebundener Sicherheit eingenommen wurde.
- Excess Liquidity und Cushion (Margin-Reserve, Überschussliquidität, Margin Cushion)
- Excess Liquidity ist bei Interactive Brokers die Reserve eines Margin-Kontos: Equity with Loan Value (belehnbarer Kontowert) minus Maintenance-Margin. Der Cushion setzt sie ins Verhältnis zum Netto-Liquidationswert. Fällt sie unter null, kann der Broker Positionen glattstellen.
Die Ratgeber zu den Bereichen von Foliograph
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