Volatilität

VXN und RVX (CBOE Nasdaq-100 Volatility Index, CBOE Russell 2000 Volatility Index)

VXN und RVX sind die Volatilitätsindizes der CBOE für den Nasdaq-100 und den Russell 2000. Sie messen die vom Optionsmarkt eingepreiste Volatilität dieser Indizes über 30 Tage, ähnlich wie der VIX für den S&P 500.

Berechnung und Mechanik

Grundlage sind Optionen auf den Nasdaq-100 (NDX) beziehungsweise den Russell 2000 (RUT). Wie beim VIX fliessen zahlreiche Puts und Calls über verschiedene Strikes ein. Optionen mit Laufzeiten rund um 30 Tage werden so gewichtet, dass daraus eine konstante erwartete Volatilität für einen Horizont von 30 Tagen entsteht.

Die Werte sind annualisiert. Ein VXN von 25 bedeutet nicht, dass der Nasdaq-100 in den nächsten 30 Tagen um 25% schwanken soll, sondern entspricht einer erwarteten Volatilität von 25% aufs Jahr gerechnet. Auf 30 Tage umgerechnet sind das etwa 25% geteilt durch die Wurzel aus 12, also rund 7%. Wie der VIX zeigen VXN und RVX die erwartete Stärke der Schwankungen, nicht ihre Richtung.

VXN und RVX vs. VIX

Der VXN ist im Grunde der VIX des Nasdaq-100, der RVX der des Russell 2000. VXN und VIX verwenden denselben grundlegenden Berechnungsansatz, aber unterschiedliche Indexoptionen: der VIX SPX-Optionen auf den S&P 500, der VXN NDX-Optionen auf den Nasdaq-100. Der Nasdaq-100 umfasst 100 der grössten Unternehmen an der Nasdaq ausserhalb des Finanzsektors und ist damit konzentrierter als der S&P 500 mit rund 500 Unternehmen aus allen Sektoren. Zudem ist er stärker von Technologie- und Wachstumsunternehmen geprägt. Diese Zusammensetzung führt häufig zu höheren Schwankungserwartungen, weshalb der VXN oft über dem VIX liegt.

Aufschlussreich ist deshalb nicht nur der Stand des VXN, sondern auch der Abstand zum VIX. Steigt der VXN stärker als der VIX, nimmt die erwartete Volatilität des Nasdaq-100 relativ zum breiten Markt zu. Das kommt zum Beispiel vor, wenn mehrere grosse Nasdaq-Unternehmen kurz vor ihren Quartalszahlen stehen.

Der RVX überträgt dieselbe Logik auf den Russell 2000 und damit auf kleinere US-Unternehmen. Small Caps reagieren häufig stärker als grosse Unternehmen auf Veränderungen bei Finanzierungskosten, Konjunkturerwartungen und Kreditbedingungen. Auch der RVX liegt deshalb in der Regel über dem VIX. Ein wachsender Abstand zwischen RVX und VIX zeigt, dass der Optionsmarkt für Small Caps relativ zum S&P 500 höhere Schwankungen einpreist.

Für solche Vergleiche eignen sich die Differenz in Indexpunkten oder das Verhältnis, etwa VXN/VIX oder RVX/VIX. Beides ordnet die erwartete Volatilität eines Marktsegments relativ zum breiten Markt ein, sagt aber nichts über die künftige Kursrichtung.

VIX, VXN und RVX messen dieselbe Art von Kennzahl für unterschiedliche Aktienindizes: die annualisierte, vom Optionsmarkt eingepreiste 30-Tage-Volatilität. Der VVIX misst dagegen die erwartete Volatilität zukünftiger VIX-Werte.

Die IV eines ETFs wie QQQ oder IWM basiert auf den Optionen des jeweiligen ETFs. Sie bewegt sich häufig ähnlich wie VXN beziehungsweise RVX, ist aber nicht dieselbe Kennzahl. NDX- und RUT-Optionen sind europäisch und werden in bar abgerechnet. QQQ- und IWM-Optionen sind amerikanisch, werden durch Lieferung der ETF-Anteile erfüllt und hängen von den Ausschüttungen des ETFs ab. Auch deshalb weichen die Werte etwas voneinander ab.

Quellen

Verwandte Begriffe

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